ARTIST STATEMENT

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Wie werden Fragen, die ich dem Leben stelle, sichtbar? Für mich, für andere. Welche Projektionsflächen
und -techniken sind geeignet, diese Sinnfragen zu transportieren? Fragen, die mir wichtig sind. Die Anderen wichtig sein könnten.

Welche Wege des Erkundens und Erschließens wähle ich auf der Suche nach Antworten, welche lasse ich die Betrachter*innen meiner Werke einschlagen?

Wer sich mit aktuellen Themen des Zeitgeschehens künstlerisch auseinandersetzt, kommt um diese Fragen nicht herum. Und neigt bisweilen zur Vereinfachung. Denn die Komplexität unserer Welt ist enorm. All ihre Details aufzugreifen, sie zu verbinden, zu ergründen – und den womöglich unsichtbaren Kontext sichtbar zu machen –, gleicht einer Sisyphosarbeit. Dennoch stelle ich mich dieser Herausforderung jeden Tag aufs Neue. Dann nämlich, wenn aus der geradezu unendlichen Sphäre an Einflüssen und Inspirationen frische Ideen sublimieren – und in meinen Malereien Gestalt annehmen.

In Vorstudien und im Prozess des Malens tauchen diese Sublimate zunächst als Fragmente auf. Sie können sehr heterogen sein und auf den ersten Blick nicht zueinander passen. Doch dieser Widerspruch verschwindet, er wird im Malprozess aufgelöst. Mit der Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen den unvereinbar scheinenden Fragmenten – oder die Fragmente behaupten sich nebeneinander, bilden gleichsam Kommunikationsstrukturen.


All diese Fragmente sind Hinweise. Die Betrachter*innen können diese Botschaften aufgreifen und versuchen, Antworten auf die bei der Bildbetrachtung entstehenden Fragen in sich selbst zu finden. Die Fragmente – gewissermaßen Informationen geringerer Komplexität – werden durch das Medium der Malerei von mir als Absenderin an die Rezipient*innen übermittelt.

Basale Themen wie Leben und Tod, Eros und Askese, Liebe und Hass spielen als Sujets meiner Malerei eine wichtige Rolle. Sie auszuloten und mit ihnen einen visuellen Raum entstehen zu lassen, der mir und anderen als virtueller Erfahrungsort dient, übt eine starke Faszination auf mich aus. Dabei ist der Entstehungsprozess jedes Werkes eine Art Kampf, in dem es darum geht, welche Annahmen und Behauptungen, die anfangs aufgestellt wurden, bestehen können, welche verschwinden, welche eventuell kombiniert werden – und auf welche Weise das geschieht. Am Ende dieses Kampfes ist das Bild vollendet.